Für Eltern

Was ist „Wolle und Gack machen Theater“?

Das Projekt

„Wolle und Gack machen Theater“ ist ein Antidiskriminierungsprojekt, das an Schulen und soziokulturellen Einrichtungen mit Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren angeboten wird. Durchgeführt wird das Projekt vom Verein Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge e.V. und dem Musiktheater LUPE.

Der Film zum Projekt

Im Mittelpunkt steht dabei der 17-minütige deutsch- und arabischsprachige Kurzfilm „Wolle und Gack“ nach dem gleichnamigen Theaterstück des Musiktheaters Lupe. Im Film treffen das Schaf Wolle und das Huhn Gack aufeinander und geraten aufgrund ihrer unterschiedlichen kulturellen Hintergründe aneinander. Sie müssen lernen, trotz ihrer Verschiedenheit respektvoll miteinander umzugehen.

Die Durchführung

Mit speziell für den Film entwickelten Materialien wie Arbeitsblättern, Bastelvorlagen, Ausmalbildern und einem eigenen Projekt-Song erfolgt die Erarbeitung der zentralen Botschaften wie Antidiskriminierung, Toleranz und (kultureller) Vielfalt. Es gibt dabei verschiedene Durchführungsmöglichkeiten wie Kurz- oder Tagesworkshops sowie Projektwochen.

Der Regisseur erzählt: Darum sind Wolle und Gack besonders

Warum ist das Projekt wichtig für Ihr Kind?

Ausgangslage

Verschieden-Sein gehört zu unserem Alltag. Gerade Kinder und Jugendliche erleben täglich, was es bedeutet, verschieden zu sein. Denn jeder Mensch unterscheidet sich – sei es durch Sprache, Herkunft oder Religionszugehörigkeit, Haarfarbe, Augenfarbe oder die Stärken und Interessen. Kinder stören diese Tatsachen in der Regel nicht. Für sie reicht ein kurzes Lächeln, um ihr Gegenüber als Freundin oder Freund anzusehen. Diese Urtoleranz gilt es, zu stärken.

Auch Kinder erfahren Diskriminierung

Denn früher oder später werden auch sie sich mit der Frage auseinandersetzen, was es bedeutet, anders zu sein. Dies muss nicht immer im Zusammenhang von Diskriminierung erfolgen – kann es aber. Der Junge, der im Kindergarten für seine Puppe ausgelacht wird, das Mädchen, das nicht mit Fußball spielen darf, ein Kind mit dunkler Hautfarbe, das im Theaterstück nicht die Prinzessin sein darf – sie alle erleben Ausgrenzung im Allgemeinen und Diskriminierung im Speziellen von klein auf.

Projektziele

„Wolle und Gack machen Theater“ möchte Kinder frühzeitig dafür stark machen, sich selbst so zu lieben, wie sie sind und respektvoll miteinander umzugehen. Der Projektträger Exil – Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge e.V. ist erfahren in der Umsetzung von Integrationsprojekten. Auch das Musiktheater LUPE kann auf langjährige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen zurückblicken. Die gemeinsame Durchführung des Projektes bietet den Kindern die Betreuung durch Expert*innen aus den verschiedenen Bereichen der Integrationsarbeit, der Medien- und Theaterpädagogik und der kulturellen Förderung.

Unterstützungsmöglichkeiten

Wenn Kinder Ausgrenzung im Allgemeinen oder Diskriminierung im Speziellen erfahren, schämen sie sich oftmals und ziehen sich zurück, anstatt über das Erlebte zu sprechen.

Diskriminierung ist kein Kinderspiel

Diskriminierung bedeutet, dass Menschen ausgegrenzt, beleidigt oder angegriffen werden, weil sie bestimmte Merkmale aufweisen. Das können das Geschlecht, die Hautfarbe, die Herkunft, die Religion oder Kultur oder auch andere Einstellungen oder Ansichten sein. Menschen, die diese Merkmale aufweisen, werden dann als Gruppe kategorisiert (z.B. „die Frauen“, „die Christen“ etc.) und als gesamte Gruppe abwertend behandelt. Auch Kinder erleben Diskriminierung – zum Beispiel im Kindergarten, in der Schule, beim Sport… Vielen Kindern ist dabei gar nicht bewusst, dass es nicht in Ordnung ist, was sie erleben. Umso wichtiger ist es, sie darin zu bestärken, dass alle Kinder die gleichen Rechte haben.

Sie sind nicht alleine

Wenn ihr Kind ausgegrenzt, beleidigt oder angegriffen wird, ist es wichtig, sich Hilfe zu suchen. Sowohl für das Kind als auch für Sie als Eltern kann diese Situation – wenn auch nicht auf den ersten Blick ersichtlich – belastend und langfristig einschränkend sein. Für Eltern bedeutet dies nicht selten Verzweiflung und Ratlosigkeit. Hilfe finden Sie zum Beispiel bei verschiedenen Beratungsangeboten.

Hier finden Sie Hilfe

KiDs: Kinder vor Diskriminierung schützen:

Beratungsangebote in leichter Sprache, auf Türkisch, Spanisch und Arabisch

Antidiskriminierungsverband Deutschland:
Antidiskriminierungsstelle des Bundes:
Beratung bei Diskriminierung in Gebärdensprache:

Wenn Kinder Täter werden – Hier finden Sie Hilfe

Doch nicht nur Eltern, deren Kinder Ausgrenzung erleben, sind einer schwierigen Situation ausgesetzt. Auch wenn Sie merken, dass ihr Kind möglicherweise fremdenfeindliche und intolerante Tendenzen zeigt oder gar zum Täter der Diskriminierung wird, ist dies nicht einfach. Wichtig ist hier ebenfalls, dass Sie mit ihrem Kind das Gespräch suchen. Was sind die Beweggründe für das Verhalten? Was erhofft es sich durch die Aussagen und Handlungen? Die richtigen Worte zu finden, ist dabei oft eine Herausforderung. Hilfe erhalten Sie zum Beispiel bei Eltern- oder Erziehungsberatungen. Das Aufsuchen solcher Beratungsangebote ist dabei keinesfalls ein Zeichen von Schwäche, sondern im Gegenteil sehr mutig und zeigt von Größe.

Nummer gegen Kummer – Elterntelefon ( 0800 111 0550)
Online Elternberatung der Bundeskonferenz für Elternberatung e.V.
Örtliche Erziehungsberatungsstellen

Beratungsstellenfinder der Bundeskonferenz für Elternberatung e.V.

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